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Forschungsschwerpunkte und Projekte

In unserer Forschung interessieren wir uns insbesondere für die Themenbereiche Glück/Wohlbefinden, Einsamkeit und Persönlichkeit: Wie hängen diese Aspekte mit anderen Merkmalen zusammen? Wie entwickeln sie sich über die Lebensspanne und wie entwickeln sie sich im Zusammenspiel mit Lebensereignissen? Auf dieser Seite informieren wir über unsere aktuellen und abgeschlossenen Projekte sowie über unsere Publikationen.

Open Science: An unserem Lehrstuhl tragen wir aktiv zu mehr Transparenz und Zuverlässigkeit in der psychologischen Wissenschaft bei. Wann immer es möglich ist, präregistrieren wir unsere Studien und stellen Material, Daten und reproduzierbaren Code frei zugänglich zur Verfügung.

Forschungsschwerpunkte
Überblick über unsere Forschungsinteressen

Aktuelle Projekte


Einsamkeit beschreibt das unangenehme Gefühl, das Menschen erleben, wenn sie ihre sozialen Kontakte und Beziehungen als unzureichend empfinden. Ab wann eine Person sich einsam fühlt, unterscheidet sich dabei von Person zu Person und hängt von den individuellen Erwartungen sowie Bedürfnissen ab. Zahlreiche gesundheitliche Probleme, wie z.B. Schlaf- und Angststörungen, sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, stehen in Zusammenhang mit dem Erleben von Einsamkeit. Lange Zeit wurde Einsamkeit hauptsächlich in Verbindung mit Menschen im hohen Alter gebracht. Doch Einsamkeit kann in jedem Alter auftreten, was besonders während der COVID-19 Pandemie deutlich geworden ist. Gerade junge Erwachsene unter 30 Jahren scheinen während und nach der Pandemie erheblich von Einsamkeit betroffen gewesen zu sein. Warum gerade bei dieser Altersgruppe die Auswirkungen der Pandemie besonders stark sind, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht worden. Aus diesem Grund untersucht die Studie Einsamkeit unter Jugendlichen in NRW nach der Pandemie: Eine Bestandsaufnahme, welche von der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen (NRW) beauftragt wurde, gezielt Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Bundesland NRW. Der Fokus der Studie liegt dabei auf den folgenden Fragestellungen:

  •  Wie hoch ist aktuell der Anteil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in NRW, die sich einsam fühlen?
  • Welche Risiko- und Schutzfaktoren tragen zu Einsamkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in NRW bei?
  • Wie gehen Jugendliche und junge Erwachsene in NRW mit Einsamkeitserfahrungen um und wie beurteilen sie die Wirksamkeit dieser Bewältigungsstrategien?

Um diese Fragen zu beantworten, werden Daten aus zwei unabhängigen Erhebungen integriert, welche eine repräsentative Stichprobe Jugendlicher und junger Erwachsener aus NRW darstellen. Anschließend soll die Prävalenz der Einsamkeit geschätzt, Risiko- und Schutzfaktoren identifiziert, sowie angewandte Bewältigungsstrategien erkundet werden. Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für die Prävention und Bekämpfung von Einsamkeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in NRW geben zu können.

In dieser Studie wird untersucht, wie sich das Wohlbefinden von Jugendlichen verändert und welche Ursachen den Veränderungen zugrunde liegen. Ziel ist es herauszufinden, an welchen Stellen angesetzt werden kann, um das oftmals empfindliche Wohlbefinden in dieser kritischen Lebensphase stabil zu halten. Denn vergangene Untersuchungen haben gezeigt, dass das Wohlbefinden in dieser Lebensphase tendenziell absinkt. Um diese Veränderungen angemessen betrachten zu können, ist die Glücksstudie längsschnittlich ausgelegt. Jugendliche der achten Jahrgansstufe, die aus dem Großraum Ruhr stammen, werden über den Zeitraum von einem Jahr begleitet und nehmen an insgesamt drei Fragebogenuntersuchungen teil, die in regelmäßigen Abständen stattfinden. Hier werden die verschiedenen Facetten von Wohlbefinden und wahrscheinliche bedeutsame Ursachen erfasst. Diesen quantitativen ausgerichteten Untersuchungen geht zudem eine qualitative Studie voraus, bei der die Jugendlichen berichten, was sie aus ihrer ganz persönlichen Perspektive glücklich macht. Die daraus entstandenen Daten werden anschließend mit verschiedenen statistischen Methoden ausgewertet, um Rückschlüsse auf Schutz- und Risikofaktoren für das Wohlbefinden von Jugendlichen ziehen zu können.

In der PER-SENSE Studie erforschen wir wie sich Persönlichkeits- bzw. Charaktereigenschaften im täglichen Leben manifestieren und auswirken. Dazu erheben wir mithilfe von Smartphones wiederholt Daten in alltäglichen Situationen. Die PER-SENSE-Studie wird online und mit dem Smartphone durchgeführt und dauert insgesamt 8 Tage mit jeweils mehreren kurzen Alltagsfragebögen. Dabei werden Fragen zu den alltäglichen Aktivitäten, Verhaltensweisen und Gefühlslagen gestellt. Unter den Teilnehmenden der Studie werden Gutscheine im Gesamtwert von 500€ verlost. Studierende der Psychologie können alternativ bis zu 11,5 Versuchspersonenstunden erhalten.

Weitere Informationen rund um die PER-SENSE-Studie finden Sie hier.


Abgeschlossene Projekte


Mit der HYPE-Studie (Hypothetische und erlebte Ereignisse) möchten wir die Wahrnehmung von Lebensereignissen im jungen Erwachsenenalter untersuchen. Die HYPE-Studie wird online durchgeführt und umfasst drei Erhebungszeitpunkte verteilt über neun Monate. Zu den drei Messzeitpunkten werden Fragen zu Wohlbefinden, Persönlichkeit und verschiedenen Lebensereignissen gestellt. Unter allen Teilnehmenden der Studie werden Gutscheine im Gesamtwert von 700€ verlost und alle Teilnehmenden können eine Information über ihr Persönlichkeitsprofil erhalten.

Weitere Informationen rund um die HYPE-Studie finden Sie hier.

Die Studie zur Wahrnehmung von Lebensereignissen (WaLe-Studie) befasst sich damit wie belastende Lebensereignisse wahrgenommen werden und welche Auswirkungen diese Lebensereignisse haben. Die WaLe-Studie richtet sich an Personen, die in den vergangenen fünf Wochen ein belastendes Ereignis erlebt haben. Die Studie findet online statt und umfasst insgesamt fünf Erhebungszeitpunkte verteilt über sechs Monate. Unter allen Teilnehmenden werden Gutscheine im Gesamtwert von 1200€ verlost.

Weitere Informationen rund um die WaLe-Studie finden Sie hier.

Die Bochum Berlin Covid-19-Längsschnittstudie untersucht seit März 2020 kontinuierlich die persönlichen, sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie in Deutschland. Die Studiendaten ermöglichen somit eine sehr hochauflösende Betrachtung von Veränderungen z.B. in der Krisenwahrnehmung oder Einsamkeit in den verschiedenen Phasen der Pandemie. Mehr Informationen zur Studie, Veröffentlichungen und Medienberichterstattungen: hier klicken

Die Studie "What's NEXT? Dein Leben in einer neuen Phase" untersucht, welche Veränderungen und Ereignisse jungen Menschen zu Beginn einer neuen Lebensphase (z. B. nach dem Schul-, Ausbildungs- oder Studienabschluss) erleben und wie sich ihre sozialen Beziehungen und ihre Persönlichkeit in dieser Zeit entwickeln.
Die Fragebögen erfassen Wertvorstellungen, Persönlichkeitseigenschaften sowie individuelle Lebensereignisse und deren persönliche Relevanz.

Wohlbefinden ist nicht nur als abhängige Variable, sondern auch als unabhängige Variable interessant. So mehren sich seit einigen Jahren Längsschnittstudien, die positive Konsequenzen von Wohlbefinden auf Gesundheit, Einkommen, beruflichen Erfolg und soziale Beziehungen aufzeigen. Eine mögliche Erklärung für diese Befunde ist, dass diese Lebensereignisse von den Personen bewusst herbeigeführt wurden, um ihre geringe Lebenszufriedenheit zu verbessern. Um diese Prozesse genauer zu verstehen, haben wir ein theoretisches Modell zu den motivationalen Konsequenzen von Lebenszufriedenheit entwickelt, das derzeit mit Unterstützung einer Sachbeihilfe der DFG empirisch überprüft wird.

In diesem Projekt beschäftigten wir uns damit, wie Laien Glück für sich persönlich definieren und was sie im Alltag für ihr Glück tun. Zu diesem Thema haben wir zusammen mit Philosoph:innen ein interdisziplinäres Drittmittelprojekt durchgeführt, das vom Happiness and Well-Being Project der Templeton Foundation and St. Louis University finanziert wurde.

Die zentrale Fragestellung dieses Projekts war, ob erfolgreiches Glücksstreben davon abhängt, wie Menschen glück für sich persönlich definieren. Unsere Studienergebnisse bestätigen diese Frage: Menschen, die Glück auf eine facettenreiche Art und Weise für sich persönlich definieren (also mehrere Glücksdefinitionen gleichzeitig als für sich persönlich zutreffend erachten) sind erfolgreicher darin, durch selbstgewählte Aktivitäten im Alltag ein hohes Ausmaß an Wohlbefinden zu erreichen. Hingegen berichten Menschen, die Glück auf eine einseitige Art und Weise für sich persönlich definieren (also nur eine oder wenige Glücksdefinitionen als für sich persönlich zutreffend erachten) von einem geringeren Ausmaß an Wohlbefinden infolge von Alltagsaktivitäten.

Mit Fragen oder Anregungen können Sie sich an die Studienleitung Dr. Julia Krasko wenden.

 

Veröffentlichungen

Folgende englischsprachige Fachartikel sind bereits aus Daten der Studie entstanden: